Im Jahr 2000 habe ich meinen Sommerurlaub das zweite mal in Kenia verbracht. Nach dem letzten Urlaub dort im Jahr 1993 war ich gespannt ob, und wenn ja, wie sich das Land verändert hat.

Ich habe versucht diesen Bericht nach folgenden Themen zu gliedern:

[ Allgemeines | Tsavo Ost | Nairobi | Masai Mara | Naivashasee | Amboseli / Tsavo West | Bahari Beach Hotel | Fotos Teil 1 | Fotos Teil 2 | Fotos Teil 3 ]

I. Allgemeines

Ich flog nachmittags von Düsseldorf aus mit LTU zunächst nach München und dort nach Wechsel der Maschine in Richtung Mombasa. Wie bei meinem Glück nicht anders zu erwarten ging es in München mit einer Verspätung los. Eine der Aussenantennen des Flugzeugs war defekt und musste getauscht werden. Eigentlich sollte das 2 Stunden dauern, war dann aber dann doch schon nach 1 Stunde in Ordnung. Auch wenn dafür sicherlich niemand etwas kann so fragt man sich doch, warum nur ca. 10 % der Flüge mit denen ich bis jetzt geflogen bin, und das waren ca. 350.000 km (sollte ich wirklich mal genau nachrechnen), pünktlich waren. Die restlichen 90 % waren verspätet. Nur einmal ist es passiert, dass wir zu früh waren. Wenn dann noch dazukommt, dass der Flug ein Nachtflug ist der gegen 22.00 Uhr in München losgehen sollte um in Kenia gegen 07.00 Uhr Ortszeit zu enden (die kenianische Zeit geht der deutschen 1 Stunde vor) und das Ganze sich somit auf 23.15 bzw. 08.30 Uhr verschiebt, dann hat man schlicht und einfach die Schn... voll bevor man überhaupt abgeflogen ist. Das ich von Garbsen bei Hannover bis zum Abflug in München für die ca. 700 km ungefähr 11 Stunden gebraucht habe und dann die restlichen schlappen 8.000 km in gut 8 Stunden schaffe will ich vorsichtshalber nicht weiter kommentieren. Die Abfertigung am Flughafen in Mombasa ging dann relativ reibungslos von statten. Das Gepäck kam relativ schnell und auch Pass- und Zollkontrollen liefen problemlos. Am Flughafen sind Gepäckwagen kostenlos vorhanden und auch Geldtausch sowohl von Travellerschecks als auch von Bargeld ist, zumindest um diese Uhrzeit, möglich. Bei der Buchung in Deutschland hatte ich mich entschieden, vor meinem Aufenthalt im Bahari Beach Hotel eine 1-wöchige Safari durchzuführen. Im Reisekatalog hieß es dazu, man bekäme am Flughafen die Gelegenheit sein Gepäck für diese Safari zu selektieren. Der Rest geht dann in das spätereDie Safarigruppe Urlaubshotel und soll deshalb abgeschlossen der Reiseleitung übergeben werden. Ich packte deshalb das Gepäck so, dass es in Deutschland getrennt nach Safari- und Hotelgepäck aufgegeben werden konnte, und das war gut so. Am Flughafen bleibt nahezu keine Gelegenheit um das Gepäck zu trennen. Das Hotelgepäck wird unmittelbar hinter der Zollkontrolle von der Reiseleitung auf Verschluss geprüft, mit einem Anhänger versehen dessen Kontrollabschnitt einem ausgehändigt wird und dann verladen. Für eine Trennung bleibt da eigentlich keine Zeit mehr. Anschließend ging es zu Fuß weiter zum nahe gelegenen Parkplatz wo mich die nächste Überraschung erwartet. Mein Name stand nicht auf der Liste der Fahrer, dafür fehlte allerdings jemand anderes. Es dauerte immerhin einige Zeit bis einem der Fahrer einfiel, oder bis er es verriet, dass ein anderer Wagen bereits vor 45 Minuten losgefahren sei da der Fahrer wegen unserer Verspätung nicht mehr länger warten wollte. In diesem Wagen waren Gäste, die die Safari nicht in der 1. Urlaubswoche absolvieren wollten und die von den diversen Hotels aus hier zum Flughafen gebracht wurden um von hier mit den Neuankömmlingen die Safari zu starten. Der Fahrer hatte sich einfach einem nicht für ihn bestimmten Gast eingeladen und war gefahren. Nachdem auch das geklärt war ging es endlich los. 6 Personen waren wir in unserem Mitsubishi Kleinbus. Und -wie sich im Lauf der Safari herausstellte- es war eine gute Kombination (Bild 1). Es gab keine Komplikationen während der gesamten Tour zwischen uns im Gegenteil, die Stimmung kann insgesamt als hervorragend bezeichnet werden. Gegen 11.00 Uhr und ca. 120 Km Wegstrecke seit Mombasa passierte der Wagen das Buchuma Gate zum Tsavo Ost Nationalpark und los ging eine wunderschöne Safari.

II. Tsavo Ost

Bereits einige hundert Meter hinter dem Gate stießen wir auf die ersten Tiere. Es waren Zebras, aber auch vereinzelte Gazellen und Elefanten. Zuerst waren sie relativ weit weg um dann, mit zunehmenden Eindringen in die Weiten des Parks, häufiger und näher zu werden. Dies erinnerte mich an meine erste Keniareise im Jahre 1993. Damals waren wir ebenfalls durch das Buchuma Tor nach Tsavo-Ost eingefahren, damals hatten wir uns genau so nach den ersten Tieren dDie rote Erde von Tsavoie Hälse gereckt und damals fiel mir etwas auf, das ich auch dieses mal sofort wieder bemerkte. Es war die rote Erde von Tsavo (Bild 2). Diese Erde die dem ganzen Nationalpark ein einmaliges, wunderbar warmes Licht gibt, und diese Erde, die der Grund für die einmalig aussehenden „roten Elefanten“ von Tsavo ist. Künstler beschreiben das Licht im Bereich des Moores der deutschen Stadt Worpswede als einmalig und animierend zum Schaffen von Kunstwerken. Sie sollten einmal nach Tsavo kommen.

Je weiter wir fuhren, desto mehr erinnerte ich mich. Gleich musste der kleine See mit den Nilpferden kommen, und – er kam. Leider war diesmal nur eines der Tiere zu sehen, dafür war aber an der gegenüberliegenden Seite ein einsamer Elefant der sich gemächlich einige Liter Wasser einverleibte um dann langsam weiter zu ziehen. Auch wir fuhren weiter, vorbei an den in nordwestlicher Richtung liegenden Bergketten, vorbei an den einsamen Gebäuden der Aruba Lodge, an diversen grossen und kleinen Vögeln, an Giraffen, Elefantenherden mit 10 – 12 Tieren, an Zebras, an unterschiedlichen Gazellen, an ..., an..., an..., der Tiervielfalt und –anzahl schien keine Grenze gesetzt zu sein. Ca. 50 Km schafften wir auf den roten, staubigen Pisten, bis wir gegen 13.30 Uhr an der Voi Lodge, unserer 1. Station, eintrafen. Hier hatte ich bereits 1993 zu Mittag gegessen, und ich war auch hier erfreut Bekanntes wieder zu sehen. Einchecken, kurz waschen und dann ging es ab zum Mittag. Die Lodge liegt erhöht an einem Berghang über der weiten Ebene von Tsavo. Es gab Buffet und der offene Speisesaal ließ den Blick über die Tränke am Fuß der Lodge und die weite der angrenzende Ebene schweifen. Tiere kamen um zu trinken und zogen anschließend weiter. Ein wahrlich friedliches und schönes Bild. Nach dem Essen ein Kaffee auf der offenen Veranda, und dann für einen kurzen Augenblick zurück in das Zimmer. Auch hier der Blick auf die Tränke und über die Weite. Soeben kam wieder eine Herde roter Elefanten auf einen Schluck Wasser vorbei und auf dem Vordach direkt vor dem Zimmerfenster tummelten sich Echsen verschiedenster Grösse und Art, scheinbar ständig bemüht den Nachbarn in Glanz und Farbenpracht zu übertreffen. Für 15.30 Uhr war eine 2. Pirschfahrt angesetzt. Also schnell vorher noch einmal die Stufen runter zu dem überdachten und verglasten Unterstand aus Beton unmittelbar an der Tränke und die Tiere aus der Nähe beobachtet. Anschließend die Treppen wieder hoch, die Blütenpracht im Ankunftsbereich der Lodge bewundert, einige kleinere Tiere wie zumBaumschliefer Beispiel die Baumschliefer (engl. Tree Hyrax; habe ich vor 1993 auch noch nie gehört; Bild 3) fotografiert, „meinen“ ursprünglichen Fahrer – den, der am Flughafen nicht auf mich warten wollte – getroffen und vereinbart das jeder Fahrer seine Augenblicklichen Fahrgäste behält, und dann ging es auch schon los. Zunächst den Berg hinunter und dann hinein in die Weiten Tsavos. Wir fuhren mit insgesamt 4 Mitsubishi Bussen à 6 Personen in lockerer Formation und weit verstreut über die Ebene. Die Fahrer waren untereinander alle mit Funk verbunden, so dass uns wirklich kein Tier „verloren“ ging. Ebenfalls hilfreich war die Funkverbindung, als eines der Fahrzeuge sich festgefahren hatte. Sofort waren die 3 Anderen zur Stelle um zu helfen. Unglücklicherweise befand sich jedoch in unmittelbarer Nähe zum festgefahrenen Fahrzeug eine verletzte Gazelle, die auch bei Annäherung der Fahrzeuge keinerlei Anstalten zur Flucht machte. Als wir näher kamen, sahen wir warum. Die Gazelle hatte am linken hinteren Oberschenkel eine klaffende Wunde, an der im unteren Bereich sogar noch die Krallen des Tieres zu sehen waren, das versucht hatte sie zu reissen. Der Fahrer meinte, es müsse sich um Geparden gehandelt haben. Da die Wunde noch frisch blutete müssten diese eigentlich noch in der Nähe sein und nur durch unsere Ankunft an der Beendigung ihres Fanges behindert worden sein. Also war Aussteigen verboten. Man versuchte das festgefahrene Fahrzeug durch schieben frei zu bekommen. Da jedoch alle Personen noch im Fahrzeug sassen ein hoffnungsloses Unterfangen. Nach einiger Zeit nahm sich einer der Fahrer ein Herz und stieg aus. Er befestigte ein Stahlabschleppseil an dem liegen gebliebenen Fahrzeug und dann wurde versucht, dass Fahrzeug durch gleichzeitiges Schieben und Ziehen frei zu bekommen. Seit diesem Zeitpunkt hatte das festsitzende Fahrzeug keine Stossstange mehr, saß aber leider immer noch fest. Also aus drei Autos die Gegend gesichert, Fahrgäste des festsitzenden Autos aussteigen und bei offener Tür in unmittelbarer Nähe bleiben, anschieben und – das Fahrzeug war wieder frei. Ergebnis: 1 abgerissene Stossstange und ca. 45 Minuten verloren. Ergebnis aber auch: Man hilft sich bei Bedarf, und das war bei späteren Situationen durchaus hilfreich zu wissen.

Die Pirschfahrt dauerte noch bis 18.30 Uhr. Dann zurück in die Lodge und geduscht. Anschließend Abendessen –es gab Buffet –und dann wollte ich nach einem kurzen Bier eigentlich schlafen. Es war mittlerweile 21 Uhr geworden und ich war, da ich im Flugzeug nur kurz geschlafen hatte, mittlerweile seit ca. 38 Stunden wach. Aber wie gesagt, ich wollte schlafen gehen. Während ich nämlich so bei meinem Bier saß und die Tiere an der beleuchteten Tränke beobachtete, löste sich einer der Elefanten aus der Herde und kam, ja Ihr lest richtig, er kam eine schmale Steintreppe hoch zur Lodge. Oben angekommen ging er unmittelbar auf einen Baum am Abhang zu, um genüsslich anzufangen die Blätter zu fressen. Er befand sich ca. 10 Meter entfernt von meinem Bier und mir. Irgendwie war mir das Ganze nicht geheuer. Da das Tier aber keine Anstalten machte sich um die Lodge und ihre Besucher zu kümmern blieben wir und beobachteten. Es war faszinierend zu sehen wie der Elefant es trotz seines Körpergewichtes schaffte, an dem doch relativ schmalen Stück vor der Lodge und dem doch ziemlich steil abfallenden, felsigen Abhang das Gleichgewicht zu halten. Nach einer halben Stunde begab er sich dann wieder die Treppe hinunter auf den Rückweg. Dies jedoch nicht, ohne unmittelbar vor uns die Menge der verzehrten Blätter, allerdings schon in verdauter Form, zu hinterlassen. So ging ich denn nach 39 Stunden müde aber zufrieden ins Bett.

Das nächste Erlebnis gab es dann zum Frühstück. Wie überall in Asien oder Afrika gibt es an Orten an denen Touristen zusammen kommen und auch noch etwas essen Paviane. Deshalb wird auf Schildern darauf hingewiesen kein Essen Speisesaal der Voi Lodgeaus dem Speisesaal mitzunehmen, geschweige denn die Tiere zu füttern. Und wie immer an diesen Orten, interessiert das nur diejenigen Touristen, die schon einmal die Zähne eines solchen Pavians gesehen haben. Eine britische Reisende jedenfalls beschloss das Mitnahmeverbot für sich und ihren Mann zu ignorieren und packte 2 Brötchen in eine Serviette, die sie beim Verlassen des Speisesaales in der Hand trug. Dies erfreute einen der anwesenden Paviane im höchsten Masse und er „nahm“ sich einfach, wonach sein Herz begehrte. Dies waren zunächst die Brötchen aus der Hand der Dame und, da diese damit nicht einverstanden war und sich wehrte, die Videokamera ihres Mannes, als dieser ihr zur Hilfe eilen wollte. Wenn ich den Preis der Kamera nur mal mit 1000 Euro ansetze, so hätte dieser für wenigstens 5000 Brötchen der strittigen Klasse gereicht. Vom Verletzungs- und Krankheitsrisiko einmal abgesehen. Um 07.30 Uhr verliessen wir die Voi Lodge (Bild 4) dann endgültig und begannen eine 3. Pirschfahrt durch Tsavo Ost. Für eine Elefantenherde in 50 Meter Entfernung oder gar für 40 Zebras erhob sich inzwischen kaum noch einer meiner Mitfahrer von den Plätzen. Dies war zum Einen ein gewisser Sättigungseffekt, lag zum Anderen aber auch an der Müdigkeit die alle bei dem doch recht eintönigen Fahren automatisch übermannt. Der nächste markante Anlaufpunkt, neben unzähligen Tieren natürlich, war ein langer, abgerundeter und glatter Felsen in der Ebene. Dort, so erklärte uns unser Fahrer, hätten seine Vorfahren früher das Fleisch der getöteten, vornehmlich weissen Feinde vor dem Verzehr getrocknet. Wir einigten uns dann aber einvernehmlich darauf, dass es lediglich das Fleisch getöteter Tiere war. Gegen 09.30 Uhr nach ca. 150 Km innerhalb des Parks verliessen wir Tsavo Ost durch das Voi Gate in Richtung Nairobi.

III. Nairobi

„Ich hatte eine Farm in Afrika am Fuße der Ngong Berge“. So (oder zumindest so ähnlich) beginnt der Roman „Dunkle lockende Welt“ besser bekannt unter „Jenseits von Afrika (Out of Africa)“ der dänischen Schriftstellerin Tania Blixen (Richtiger Name: Baronin Karen von Blixen). Diese Farm, die heute das Karen von Blixen Museum ist (Bild 5), befindet sich im Nairobier Vorort Karen, dessen Name von der Baronin stammt. Gegen 15.00 Uhr trafen wir in diesem Museum ein. Vorher waren wir die 350 Kilometer auf der Landstrasse bis Nairobi ohne Unterbrechung durchgefahren und trafen dort gegen 13.00 Uhr ein. Das Mittagessen wurde in einem wunderschönen Restaurant namens Carnivore (danke Herr Capellmann) in der Nähe des Wilson Flughafens eingenommen. Es hatte sowohl Gasträume im Gebäudeinneren, als auch die Möglichkeit unter lang gestreckten Dächern im liebevoll angelegten Garten das Essen einzunehmen. Das Restaurant war im Stile einer brasilianischen Cherascoria aufgezogen. Fleisch wird auf Spiessen über dem offenen Feuer gegrillt und die Kellner kommen vorbei und schneiden einem davon ab was bzw. wieKaren von Blixen Museum viel das Herz begehrt. Dabei kommen sie üblicherweise zuerst mit den billigen Dingen wie Würstchen oder Speck. Die besseren Sachen wie Filets oder auch ausgefallene Fleischsorten kommen in der Regel erst später wenn man satt ist und nicht mehr so viel essen mag. Ich habe mich neben Huhn, Schwein und Rind auch auf Krokodil (keine Angst, die werden extra für diese Zwecke gezüchtet) und Zebra konzentriert. Mein Fazit: Krokodil ist sehr knorpelig und im Grunde genommen kaum genießbar. Vermutlich wurde auch das bessere Fleisch an höherwertige Restaurants verkauft, aber Zebra.... Ich habe 2 mal nachbestellt. Das sagt wohl alles. Zu diesem Essen gibt es in der Regel noch diverse Salate und Soßen Nachdem wir das Mahl genossen und einen kurzen Verdauungsspaziergang durch den Garten gemacht hatten, ging es dann weiter zu oben beschriebenem Museum. Es war das damalige Wohnhaus der Baronin und diente ebenfalls als Drehort des gleichnamigen Filmes. In der Nähe des Hauses befindet sich noch im ehemaligen Haus des Verwalters der Karen Blixen Coffee Garden sowie in etwas weiterer Entfernung der Country Club. Auf dem Weg zurück nach Nairobi sahen wir die Ngong Berge nochmals im Südosten liegen. Unser Fahrer sagte, der Name bedeute in der Masai Sprache Knöchel. Und genauso sahen die Berge auch aus. Wie die nebeneinander liegenden Knöchel auf einer Hand. Es gibt allerdings auch die Aussage, wonach er vom Masai Namen „Enkongu e Mpakasi“ (Quelle des Embakasi-Flusses) abgeleitet ist.

In Nairobi (Bild 6) trafen wir erneut gegen 17.00 Uhr ein und fuhren (nach einer kleinen Stadtrundfahrt zur Rushhour (ach, wie schön ist doch die Luft in Hannover um diese Zeit)) unmittelbar in das etwas außerhalb gelegene Holiday Inn Mayfair Court Hotel zur Übernachtung. Eigentlich muss ich sagen, dass ich mich sehr auf Nairobi gefreut hatte. Um so enttäuschter war ich nach unserer kleinen Stadtrundfahrt. Wer durch die leeren Augen der Kinder, die sich ihre Schnüffelflaschen der besseren Erreichbarkeit halber gleich mit Klebeband an den Unterarmen befestigt hatten, scheinbar bis in ihr vom Schnüffeln bereits zerstörtes Gehirn schauen konnte, der wird verstehen, dass diese Kinder keine Probleme haben jemanden bereits wegen Aussicht auf geringste Geldmengen zu überfallen oder zu sogar zu Blick über Nairobitöten. Auf alle Fälle nahmen sie mir die Lust in den Abendstunden auf eigene Faust durch Nairobi zu streichen. Ein Versuch den ich unmittelbar vor dem Hotel unternahm, wie gesagt, es lag etwas ausserhalb des Zentrums, habe ich nach ca. 45 Minuten abgebrochen. Es war mir einfach zu ungemütlich mit 2 Junkies im Schlepptau kurz vor Einbruch der Dunkelheit durch die Strassen Nairobis zu gehen. Also ging ich zurück in das Hotel, duschte ausgiebig und ging dann in das dem Hotel angegliederte Fast-Food-Restaurant. Dort kann ich den Pepper-Burger aufs Wärmste empfehlen. Bei ca. 15 cm Höhe und tonnenweise herauslaufender grüner Pfeffersauce war es der 1. Burger meines Lebens, den ich mit Messer und Gabel gegessen habe. Nach 3 Bier und Gesprächen mit meinen Mitreisenden über das Erlebte hatte ich dann die nötige Bettschwere und begab mich gegen 21.30 Uhr auf mein Zimmer. Das Frühstück gab es bereits ab 6.00 Uhr und eine Stunde später ging es dann weiter zur Masai Mara.

IV. Masai Mara

Die Fahrt führte uns schnell aus Nairobi hinaus, zunächst in Richtung Rift Valley wo wir gegen 08.30 Uhr eintrafen. Es gibt an der Strasse, die uns später in das Tal hinunterführte, einige Rastmöglichkeiten an denen man einen guten Überblick hat. Diese Möglichkeiten werden größtenteils von Händlern dazu genutzt, um alle möglichen nützlichen und unnützen Reiseandenken und Kleinigkeiten an die Touristen zu verkaufen. Allerdings waren die Händler zu dieser, offensichtlich noch sehr frühen Zeit, noch nicht so agil, so dass man sich in Ruhe und völlig ungestört von den Aussichtsplattformen aus der Schönheit des Tales widmen konnte. Hiernach ging es dann weiter hinab in das Tal und anschließend quer hindurch weiter in Richtung Masai Mara. Gegen 13.00 Uhr trafen wir nach ca. 260 Km Fahrt, davon rund 110 Km auf Pisten, in der Masai Mara Sopa Lodge ein. Unterwegs hatten wir noch versucht ein Masai Dorf zu besichtigen, was jedoch an den unnachgiebigen Preisforderungen des Häuptlingssohnes scheiterte. Umgerechnet 150Blick über die Ausläufer der Masai Mara Euro für uns 6 Personen erschien uns doch ein wenig hoch. Unser Limit lag bei 60 Euro. Man möge davon halten was man will, mich hat es nicht allzu sehr getroffen da ich bereits 1993 ein solches Dorf und auch einige Hütten besichtigt habe. Damals allerdings zum Preis von umgerechnet 3,50 Euro. So hoch kann die Inflation auch in Kenia nicht sein, als dass sie einen Preis von 25 Euro / Person rechtfertigt. Aber zurück zur Mara Sopa Lodge. Sie ist geringfügig außerhalb der Masai Mara an der südöstlichen Ecke in rund 2100 Meter Höhe auf einem Hügel gelegen. Zum Äquator sind es 206 Km. Der Blick über die Ausläufer der Mara und die Ruhe und Abgeschiedenheit ist einfach einmalig (Bild 7). Die Lodge ist recht weiträumig angelegt und verfügt über einen Swimmingpool, einen Speiseraum und 2 Bars. Auf der Terrasse vor einer von ihnen findet abends ab 21.30 Uhr eine Fütterung von Wildtieren, in der Regel Hyänen, statt. Die Unterkünfte selbst sind in geräumigen 1-Zimmer Bungalows mit Bad. Ich hatte den zweithöchst gelegenen von ihnen mit einer, wie bereits erwähnt, traumhaften Aussicht, aber leider auch mit dem zweitlängsten Weg zum Restaurant und zur Bar.

Nachfolgend habe ich einmal eine Tabelle eingefügt, aus den man die verschiedenen Pirschfahrten bzw. Tagesabläufe während unserer Tage in der Masai Mara entnehmen kann.


Tag

Beginn

Ende

Tätigkeit

22.09.

05.30


Wecken

22.09.

06.00

13.00

Frühstück, Fahrt Nairobi – Masai Mara, ca. 260 Km

22.09.

13.00

16.00

Ankunft, Einchecken, Essen, Freizeit

22.09.

16.00

19.00

Pirschfahrt, ca. 40 Km

22.09

19.00

22.30

Freizeit, Essen, Tierfütterung, Freizeit

23.09.

05.30


Wecken

23.09.

06.00

08.00

Frühpirsch ca. 30 Km

23.09.

08.00

09.00

Frühstück

23.09.

09.00

18.00

Pirschfahrt mit Picknick, ca. 120 Km

23.09.

18.00

23.00

Freizeit, Essen, Masai Vorführung, Freizeit

24.09.

05.30


Wecken

24.09.

06.00

08.30

Frühpirsch ca. 30 Km

24.09.

08.30

09.00

Frühstück, Auschecken

24.09.

09.00

10.30

Abreise, Pirschfahrt ca. 30 Km

24.09.

10.30

13.00

Direkte Fahrt zum Lake Naivasha, ca. 230 Km


Aus dieser Tabelle und den angegebenen Entfernungen lässt sich in etwa die Belastung erkennen, die auf die Teilnehmer zugekommen ist. Hinzu kommt, die gesamten Strecken führten nur über Sandpisten oder Grassavanne. Aber, es war eine Belastung die Jeder gerne auf sich genommen hat. Wir haben mit Ausnahme von Nashörnern nahezu alle Tierarten gesehen. Löwen auf der Jagd bzw. beim anschließenden „Verzehr“ ihrer Beute sogar so häufig, dass wir zuletzt einfach weiter gefahren sind. Auf der Suche nach „Interessanterem“. Beeindruckend waren auch die riesigen Gnu, Wasserbüffel und Zebra Herden. Wenn man diese in der Weite der Mara sieht fällt es schwer zu glauben, dass es früher noch viel viel mehr davon gegeben haben soll. Die Mara ist auch jetzt voll davon. Beeindruckend auch die Vielzahl der Giraffen und auch ein, nach Aussage unseres Fahrers ca. 3 Stunden altes, Jungtier dieser Gattung mit Mutter. Beeindruckend deshalb, weil es interessant war zu sehen wie weit diese Tiere bereits nach so kurzer Zeit in der Flusspferde im Mara FlussKoordination ihrer Gliedmassen sind, beeindruckend aber auch deshalb, weil ein sich in ca. 200 Meter Entfernung befindliches 12 köpfiges Löwenrudel sich scheinbar nicht um diese sicherlich leicht zu bekommende Beute kümmerte. Offenbar waren sie satt. Beeindruckend auch der Mara Fluss mit seinen zahlreichen Flusspferden (Bild 8) und Krokodilen. Ebenfalls zu den bleibenden Erinnerungen gehört nach der Überquerung des Mara Flusses das anschließende gemeinsame Picknick in der Savanne. Alle waren wir total verdreckt, müde, aber trotzdem ob des Gesehenen und Erlebten glücklich und zufrieden.

V. Naivashasee

Nach unserer Ankunft am Naivasha See im dortigen Country Club (2070 Meter hoch und 80 Km südliche des Äquators gelegen) um 13.00 h hatten wir den Rest des Tages „frei“. Nach dem Barbecue im grossen, schön angelegten Garten des Clubs, bei dem auch viele Einheimische Clubmitglieder teilnahmen, konnte man sich endlich eine kleinere Ruhepause gönnen. Diese fand wohl bei den Meisten auf der Matratze des Zimmers statt. Nach 16.00 Uhr wurde dann die Anlage des Clubs und ihre nähere Umgebung erkundet. Eine einstündige Bootsfahrt auf dem See rundete dann das Nachmittagsprogramm ab. Bei dieser Fahrt beeindruckte der See durch den hohen Vogelreichtum an seinen Ufern. Von Adlern bis Reihern und Pelikanen war alles vertreten. Innerhalb des Sees leben neben zahlreichen Fischarten ebenfalls eine große Zahl von Flusspferden. Am Ufer lassen sich in einem kleinen Tierpark, der einem der Hotels am See gehört, vom Boot aus nochmals die Tiere der Mara bewundern. Der See selbst ist ein erloschener Vulkankrater und dementsprechend ist die Landschaft rings um ihn herum (Bild 9). ErloscheneLandschaft um den Naivashasee Vulkane erheben sich aus der Ebene des Rift Tales, denn an dessen Rand liegt der See, genau wie die scheinbar endlosen Bergketten seiner Begrenzung. Kurz vor Rückkehr zur Anlegestelle wurden wir dann noch Zeugen einer christlichen Taufe bereits erwachsener Menschen im See. Die Freude und Lautstärke der Menschen bei dieser Feier war unüberhör- und -sehbar. Ansonsten fallen noch die Zahllosen riesigen Gewächshäuser in der näheren Umgebung auf. Hier werden Rosen für Europa gezüchtet. Mittags gepflückt und auf dem eigens gebauten Flughafen verladen sind sie am nächsten Morgen bei uns in den Geschäften. Kleines, positves Abfallprodukt für die Touristen, neu gezüchtete Sorten und Farben können vor dem Export zuerst in den Hotels am See bewundert werden. Das Abendessen in Form eines guten 5 Gänge Menüs fand um 20.00 Uhr im Speiseraum des Country Clubs statt. Nach dessen Ende nahmen wir noch einen gemeinsamen Kaffee am Kamin im Clubraum, tauschten die Erinnerungen des vergangenen Tage aus und begaben uns gegen 22.00 Uhr ins Bett um fit für den nächsten Tag zu sein. Nach dem Frühstück sollte es auf die lange Strecke zum Amboseli Nationalpark gehen.

VI. Amboseli / Tsavo West

Um 07.30 ging die Fahrt los um nach 335 Kilometern gegen 14.15 Uhr in der Oltukai Lodge in ca. 1200 Metern Höhe und gut 300 Km südlich des Äquators zu enden. Und diese Fahrt hatte es in sich. Während die 255 Kilometer bis zum kenianisch - tansanischen Grenzstädtchen Namanga (Bild 10) auf relativ guten Strassen und in schöner Landschaft bis 12.00 Uhr geschafft waren, dauerten die restlichen 80 Kilometer noch 2,25 Stunden. Der Grund hierfür liegt im Zustand der "Strasse". Sie führt in weiten Teilen entlang der Grenze zu Tansania und ist für Autos und deren Insassen eine Piste der übelsten Sorte. In den dort vorhandenen Granitboden ist mit einer entsprechenden Maschine die Trasse einfach eingefräst worden. Dies führt zu schmalen Wellenlinien im Boden die quer zur Fahrtrichtung verlaufen. Auf solchen kurz hintereinander liegenden Bodenwellen machen zum Einen die Reifen und Achsen einen mörderischen Krach, zum Anderen werden die Körper der Insassen aufs Härteste durchgerüttelt. Hinzu kommt noch der auf der Piste liegende Schotter, der von den Vorausfahrenden aufgewirbelt wird und sich dann manchmal in fliegende Geschosse verwandelt. Szene in NamangaVom Staub einmal ganz zu schweigen. Wenn man diese Strecke dann hinter sich gebracht hat, beginnt auch schon der Amboseli Nationalpark. Hier fällt zunächst einmal die weite Ebene auf, die scheinbar mit Wasser bedeckt ist. Als nächstens fallen einem dann die Giraffen auf, die in diesem Wasser über die Ebene ziehen. Spätestens dann beginnt man zu überlegen um dann sehr schnell festzustellen, dass es sich nicht um einen grossen See, sondern um heißen, trockenen, flimmernden Sand handelt. Während der Regenzeit sind es jedoch wirklich flache Seen. Bei meinem ersten Besuch in diesem Bereich im Juni 1993 war in diesem Bereich tatsächlich ein großer See vorhanden, in dem sich Tausende von Flamingos befanden. Jetzt war es halt eine weite trockene Ebene, und von den Vögeln war nichts zu sehen. Dafür allerdings ließ sich auf dem trockenen ebenen Boden sehr gut ein Rennen fahren. Mit teils 100 Stundenkilometer versuchten die Fahrer einander zu überholen. Bei einigen teilweise sehr weichen, tiefen Stellen ein nicht ungefährliches Unterfangen, da die Wagen hier doch öfter einmal ins Schlingern gerieten. Die Oltukai Lodge ist erst im Jahre 1997 eröffnet worden und liegt in der Nähe der Amboseli Loge mitten im Park. Alle Pirschreviere sind von hier sehr gut zu erreichen. Die Unterkünfte liegen auch hier in kleinen Bungalows, die an den Aussenrändern des Waldgebietes liegen in dem sich die Lodge befindet. Sofern Tiere in der Nähe sind, lassen sich diese von der Terrasse sehr gut beobachten. Nach dem Einchecken auch hier wegen der fortgeschrittenen Zeit sofort zum Essen. Das Essen ist gut, allerdings, und das galt auch für unser Abendessen und Frühstück, es ist Massenabfertigung. Die Organisation ist schlecht und man muss schon wenigstens 30 Minuten für das Frühstück und 50 Minuten für sonstige Mahlzeiten einplanen. Vorausgesetzt man verzichtet auf eine zweite Tasse Kaffee weil einfach kein Kellner kommt oder man bricht das Schlange stehen am Buffet nach 10 bis 15 Minuten ab und verzichtet auf die Suppe, das Rührei, den Nachtisch etc., denn es gibt im wesentlichen 2 Alternativen. Entweder Geschirr oder Gericht. Beides zusammen ist nur zu äußerst geringen Zeiten vorhanden. Und man sollte nicht davon ausgehen, dass sofort ein freier Sitzplatz vorhanden ist. Auch hier fallen zusätzliche Wartezeiten an. Nach dem Essen Pirschfahrt bis 19.00 Uhr, am nächsten Morgen um 06.15 Uhr Frühpirsch, um 08.00 Uhr Frühstück und um 09.00 Uhr Abreise in Richtung Tsavo West. Das waren die Eckpunkte meines Aufenthaltes im Amboseli Park. Wo waren die Höhepunkte ? Es gab sie, und es gab nicht wenige von ihnen. Ich zähle einfach mal ohne Wertung und ohne Reihenfolge auf: Elefanten aus 2 Metern Nähe, Elefantenherden aus 50 Tieren und mehr, Zug der Tierherden in Richtung Nachquartier unmittelbar vor uns und an uns vorbei, der Kilimandscharo, eine Hyänenjagd, eine erfolgreiche Löwenjagd aufSonnenuntergang im Amboseli einen jungen, kranken Elefanten, Elefanten im Sumpfgebiet, zahllose Wasservögel, die Giraffenherden, die weiten Ebenen, der Sonnenunter- und -aufgang (Bild 11) und die damit verbundenen Lichtverhältnisse (Bild 12), das unterschiedliche Verhalten der Tiere als Jäger oder Gejagter, und, und, und. Zusammengefasst bedeutet dies: Eine ein bis zwei tägige Safari von den Strandhotels in Richtung Amboseli und / oder Tsavo Nationalpark lohnt sich für Keniabesucher nicht nur auf alle Fälle, sie sollte absolute Pflicht sein.

Um 09.00 Uhr ging es dann, wie bereits oben gesagt, weiter in Richtung Tsavo West. Wir verliessen Amboseli durch das Olkelunyiet Gate. Dann ging es zunächst vorbei an der Kilimanjaro Buffalo Lodge auf der C103 in Richtung unseres neuen Zieles, der Kilaguni Lodge. Über den Zustand der Strasse brauche ich wohl kein weiteres Wort zu verlieren. Ca. 130 Km Sand, Schotter Fels und Schlaglöcher. Alles nur vom Allerfeinsten. Eigentlich alles wie gehabt, wäre da nicht nach ca. 100 Km an der Westgrenze von Tsavo West ein ca. 100 Jahre altes Lavafeld, das zunächst durchfahren werden will. Bizarre schwarze Lavaflächen und Hügel soweit das Auge blickt. Auch die Piste musste sich den Lavawegen anpassen und windet sich in engen Kurven und steilem auf und ab durch das Geröll. Hier lohnt sich eine Fotopause, denn wo sonst bekommt man solch eine Vulkanlandschaft zu sehen. Allerdings hatte ich den Eindruck, man hat seit meinem letzten besuch an dieser Stelle im Jahr 1993 doch etwas in diesem Bereich an der Strasse getan. Irgendwie ging es doch etwas besser voran als vor einigen Jahren. Außerdem wurden wir 1993 auf dieser Strecke zwischen den beiden Parks noch von einem Soldaten in Zivil begleitet, da wohl damals in diesem Bereich einige Überfälle auf Touristen zu verzeichnen waren. Seine Kalaschnikow hatte unser damaliger Begleiter in einem Kartoffelsack „versteckt“. Wir erreichten den Park durch das Chyulu Gate und fuhren weiter zur Mzima Quelle. Auch hieran hatte ich noch sehr gute Frühmorgens im AmboseliErinnerungen von 1993. Es ist ein wunderbarer flecken Natur an dem eine große klare Quelle entspringt. Durch einen Unterstand mit Glasscheibe unterhalb der Wasseroberfläche kann man hervorragend die Fische und Flusspferde beobachten und fotografieren. Ein kleiner Naturlehrpfad durch den grünen Waldgürtel, der diese Quelle inmitten der Lavalandschaft umgibt, vervollständigt den Platz. Gegen 14.00 Uhr treffen wir dann nach ca. 5 Stunden fahrt in der Kilaguni Lodge (Bild 13) ein. Obwohl diese Lodge die Älteste in Tsavo West ist, hat sie doch nichts an Attracktivität eingebüßt. Fast majestätisch thront sie auf einem Felsmassiv und gibt einen herrlichen Blick auf die umgebende Landschaft frei. Nach dem Einschecken, dem Mittagessen und einer kurzen Pause ging es um 15.45 Uhr zu einer weiteren Pirschfahrt los. Es ging zu einer riesigen eingezäunten und mit Gesträuch bewachsenen Ebene am Fusse des Bergmassivs, auf dem sich unsere Lodge befand. Hier sollte es nun wirklich die von uns lang ersehnten Nashörner zu sehen geben. Zutritt in das Areal, das von Wildhütern bewacht wurde, war nur in der Zeit von 16.00 bis 18.00 Uhr. Dies soll dem Schutz der dort lebenden Nashörner dienen und ihre Vermehrung ermöglichen. Um es vorweg zu nehmen. So unglaublich es auch klingen mag. Es sollen in diesem Areal ca. 30 Nashörner leben. Wir bekamen trotz ca. 20 gefahrener Kilometer nicht eines zu sehen. Es ist schon faszinierend wie sich diese Kolosse in dieser Buschlandschaft verstecken können. So blieben uns „nur“ die üblichen Tiere wie Elefanten, Giraffen, Zebras, Affen etc..

Gegen 18.45 Uhr und einer weiteren kurzen Pirschfahrt außerhalb des Areals trafen wir wieder in unserer Lodge ein. Während wir uns an einem kühlen Bier auf der Terrasse erfrischten, konnten wir an der nahegelegenen Wasserstelle dieDie Kilaguni Lodge Elefanten und Marabus beobachten. Des weiteren konnten wir beobachten, wie einer der Kellner die tägliche Mahlzeit für einen Leoparden vorbereitete. Hierzu kletterte er auf einen trockenen, kahlen Baum vor der Terrasse und befestigte in ca. 3 Metern Höhe einen rohen Fleischklumpen. Hierbei zeigt er nicht die eigentlich für Afrika typische Ruhe, sondern war vielmehr hektisch dabei den Baum zu erklimmen, das Fleisch zu befestigen und den Baum zu verlassen und sich über die rettende Terrassenbegrenzung zu schwingen. So ganz ungefährlich schien dieser Job wohl nicht zu sein. Nach dem Abendessen, bei dem wir selbstverständlich das Fleisch auf dem Baum im Auge hatten, nahmen wir dann gegen 21.00 Uhr wieder auf der Terrasse Platz, bestellten einen Drink und warteten auf den Leoparden. Dieser Leopard sollte so regelmäßig abends zu dieser Futterstelle kommen, dass er schon in einigen Reiseführern erwähnt wird. Wie allerdings bei unserem Glück nicht anders zu erwarten, gingen wir gegen 23.00 Uhr erschöpft zu Bett und dies ohne das Tier zu Gesicht bekommen zu haben. Offensichtlich hat er für diesen Tag einen anderen Futterplatz vorgezogen. Gegen 09.00 Uhr am nächsten Morgen verliessen wir dann die Kilaguni Lodge um durch das Kalango Tal in Richtung Tsavo Gate, und damit zum Ende unserer Safari zu fahren. Nochmals ca. 70 Km über steinige und sandige Pisten. Nochmals durch herrliche grüne Landschaften und Berge. Vorbei am Tsavo Fluss und....., das war es dann. Die Asphaltstrasse in Richtung Mombasa hat uns wieder. Nach einer kurzen Strecke treffen unsere Busse bei einem Andenkenladen zusammen. Da hier die Busse für die verschiedenen Hotels zusammengestellt werden, müssen wir uns von 2 unserer Mitreisenden verabschieden. Eine wirklich schöne Woche ging leider zu Ende

VII. Bahari Beach Hotel

Nach ungefähr 120 Km bis zum Hotel, trafen wir dort gegen 14.00 Uhr ein und checkten uns ein. Sofort trafen wir auch alte Bekannte. Es waren unsere Koffer, die aus einem Raum hinter der Rezeption geholt wurden. Bei dem Hotel handelt es sich um das ehemalige African Safari Club Hotel gleichen Namens. Das Nachbarhotel welches jetzt den Namen Voyager trägt ist das ehemalige Silver Star, ebenfalls vom ASC. Geblieben ist aus dieser Zeit nur die Diskothek Silver Star vor diesen beiden Hotels. Bei der Übernahme vom ASC wurde das Hotel grundrenoviert, sodass sich die Zimmer insgesamt in einem ausgezeichneten Zustand befanden. Zwar hatte ich kein Zimmer mit Meerblick bekommen, die Sicht auf den recht liebevoll angelegten Garten mit kleinem Teich entschädigte jedoch dafür. In den 3 Wochen meines Aufenthaltes war das Hotel nahezu durchgehend komplett belegt. Dieses fiel jedoch allenfalls im Speisesaal auf. Allerdings nicht dadurch, dass sich an den Buffets lange Schlangen bildeten, sondern vielmehr dadurch, dass schlicht und einfach alle Plätze belegt waren. Diese Plätze werden bei der ersten Mahlzeit zugewiesen und bleiben während des gesamten Urlaubs. Es gibt also keinerlei Probleme mit belegten oder verschmutzten Tischen. Das Essen war sehr gut, reichhaltig und abwechslungsreich. Es gab regelmäßig Salatbuffet im Bahari Beach HotelBuffet (Bild 14), das durch Snaks wie Hamburger, Hot Dogs, Fish & Chips, Pommes Frites, Sandwiches und Ähnliches ergänzt wurde. Da das Hotel unter deutscher Leitung steht und die Managerin offensichtlich reichlich mit den kenianischen Köchen geübt hat, schmeckt das Essen beinahe „wie bei Muttern“, sofern das überhaupt ein Anreiz sein kann. Eigentlich sollte man ja in ein fremdes Land fahren, um seinen Horizont ein wenig zu erweitern und nicht, um sich zu fühlen als wäre man zu Hause. Abers sei's drum. Die Snaks gab es übrigens zwischen 11.00 und 18.00 Uhr, und das notfalls auch zusätzlich zu den sonstigen Mahlzeiten. Während meines 3 wöchigen Aufenthaltes gab es auch 2 mal Barbecue im Freien. Einmal sogar bei Vollmond. Ein wirklich schönes Erlebnis am Pool zu sitzen, nach Herzenslust zu essen und dabei den Mond über dem Meer zu betrachten. Dazu der laue Wind der über die Tische streicht.... Bei den Getränken gibt es Kaffee, Tee, Wasser, Cola, Säfte, Bier, Wein und auch härtere einheimische Getränke während der Öffnungszeiten der Bars. Alle diese Getränke sind inklusive. Andere Dinge wie z. B. Sekt oder ausländische Spirituosen müssen bezahlt werden. Insgesamt gibt es zwei Bars im Hotel. Eine direkt vor dem Eingang zum Speisesaal bzw. vor der Aussenterrasse, die Andere auf der gegenüberliegenden Seite des Pools oben auf der Steilküste. Sie sind von 10.00 bis 23.00 Uhr geöffnet.

Damit komme ich auch gleich zur Lage des Hotels. Wenn man von Mombasa die B8 in Richtung Kilifi fährt, so liegt es ca. 10 Km außerhalb Mombasas. Nach Überquerung der New Nyali Bridge sollte man sich rechts halten, dann sollte man das Hotel eigentlich nicht verfehlen können. Falls doch, spätestens am Bamburi Quarry Nature Trail ist man zu weit auf der B8. Dann heißt es umkehren und die Nächste links. An der Ecke ist eine Tankstelle. Das Hotel selbst liegt auf der Steilküste (Bild 15).Blick auf die Steilküste des Bahari Beach Hotel Den Strand erreicht man über rund 25 Stufen. Vorgelagert ist ein altes, abgestorbenes Korallenriff, das bei Ebbe nahezu freiliegt und zu Spaziergängen einlädt, gleichzeitig aber auch das Baden in dieser Zeit verhindert. Je nach Aufenthaltsdauer im Hotel kann das zu zeitlich sehr eingeschränkten Bademöglichkeiten im Meer führen. Normalerweise sollte man sich bemühen die Riffe nicht zu betreten, ich glaube allerdings, dass es an diesem Riff nichts mehr zu beschädigen gibt. 1993 habe ich dort zumindest noch einige Korallfische, Seesterne und Seegurken gesehen. Im Jahr 2000 war es nur noch ein Kofferfisch und dafür reichlich Seeigel, ansonsten das große Nichts. Ansonsten kann man bei Ebbe sehr schöne Spaziergänge am Strand unternehmen, vorausgesetzt man stört sich nicht an mehr oder weniger anhänglichen Begleitern. Zur Landseite hin liegt das Hotel in einer relativ ruhigen Wohngegend. Bis zur B8 sind es zu Fuß ca. 2 Km. Man kann dort ebenfalls problemlos Spaziergänge unternehmen, hier sogar ohne die üblichen Begleiter. Durch die Nähe zu Mombasa sind Ausflüge schnell, kurzfristig und preisgünstig möglich, wie es überhaupt reichlich Ausflugsmöglichkeiten in die nähere Umgebung gibt. Vom oben bereits erwähnten Bamburi Quarry Nature Trail bis zum Mombasa Marine National Park, von der Altstadt Mombasas und dem Fort Jesus bis zu der arabischen Ruinenstadt Gedi in ca 95 Km Entfernung.

Es gibt reichlich Liege- und Sitzmöglichkeiten in der schönen Gartenanlage des Hotels. Dabei sind Matten undStrand vor dem Bahari Beach Hotel Handtücher inklusive. Man kann z. B. in einer kleinen abgeschiedenen Ecke liegen und den Blick über die Steilküste auf das Meer schweifen lassen (Bild 16), oder man macht es sich im Garten hinter dem Speisesaal unter einer Palme gemütlich und liest in Ruhe ein schönes Buch, oder man folgt auf einer der Liegen direkt am Pool dem Treiben der Kinder oder den Bewegungen der Teilnehmer der 2 mal täglich statt findenden Wassergymnastik, oder man setzt sich direkt auf einen Stuhl an der Steilküste, genießt seinen Drink und beobachtet den Sonnenuntergang, oder man sitzt auf der Terrasse vor dem Restaurant, bestellt sich einen Hamburger „für zwischendurch“ (die Waage lässt grüßen) und klönt mit der Managerin über ihre kieler Heimat, oder man lernt Bill Clinton und Boris Jelzin kennen, die beiden Hauskatzen des Hotels, oder man ....... Bei so viel positivem ergibt sich natürlich automatisch die Frage nach dem Pferdefuß. Und es gibt ihn selbstverständlich auch. Er heißt Sextourismus und ist, wie in nahezu allen Hotels der Küste, auch hier vertreten. Sei es, dass der Tischnachbar 8 Tage mit seiner im Hotel eingescheckten kenianischen Geliebten in einem Englisch, das einem die Haare zu Berge stehen lässt die täglichen Börsenkurse in Hongkong und Frankfurt diskutiert, sei es, dass ein anderer Gast mit Familie und seiner kenianischen Geliebten die Erziehung der Enkel diskutiert, sei es, dass die Mitsechzigerin uns ihre 2 einheimischen Zimmerbewohner präsentiert, deren gemeinsames Alter vermutlich weit unter meinem liegt, und ich war zu dieser Zeit 47 Jahre, sei es, dass ein 72 jähriger Großvater abends seine Vorliebe für 17 jährige Mädchen entdeckt, oder sei es .... Am meistens hat es mich allerdings gestört, dass ich abends keine Chance hatte mich alleine an die Bar zu setzen um ein Bier zu trinken. Wenn ich es trotzdem tat, dann nur mit gesenktem Blick. Sowie man die Lider hob, hatte man sofort Blickkontakt zu einer schönen Dame die einem dann auch kurzfristig einen Besuch abstattete, fragte ob sie ein Bier trinken dürfte und dann auf eine lange Liebe anstoßen wollte. Zwei Versuche mich an der Bar alleine zu behaupten habe ich unternommen, dann habe ich es doch vorgezogen mich an einen der Tische bzw. auf die Terrasse zurück zu ziehen. Schade drum, aber wohl nicht zu ändern. Sieht man einmal von diesen Einschränkungen ab, so lässt sich das Hotel aber uneingeschränkt empfehlen. Es bittet ein angemessenes Preis- / Leistungsverhältnis.

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© Michael Humbert

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Stand: 2011-03-18

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