1999 war ich in der Zeit vom 31. August bis zum 29. September in Mexiko. Dort war ich als »Basis« im Royal Decameron Hotel Los Cocos in Ricón de Guayabitos, nachfolgend aus Vereinfachungsgründen nur noch Guayabitos genannt

Ich habe versucht diesen Bericht nach folgenden Gesichtspunkten zu gliedern:

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I. Allgemeines

Guayabitos selbst ist ein kleines (ehemaliges) Fischerdorf ca. 80 km nördlich von Puerto Vallarta. Der Flug ging mit Condor von Frankfurt über Tampa in Florida nach Puerto Vallarta. Die Zwischenlandung in Florida ist genau das, was man bei der Reise in den Urlaub so braucht. Nach ca. 9 Stunden Flug kommt man, während die Maschine für den Weiterflug betankt wird, in einen Aufenthaltsraum der durchaus etwas vornehmeren Art, zumindest aus der Sicht von Pauschaltouristen. Auch stehen gekühlte alkoholfreie Getränke zur Selbstbedienung zur Verfügung. Einziger Haken bei dieser »Pause«, der Raum ist für ca. 100 Passagiere konzipiert worden. Diesem wurde in etwa die Anzahl der Getränke angepasst. Leider befinden sich jedoch in einer Boeing 767, zumindest wenn sie voll ist und das war unsere Maschine, ca. 270 Menschen. Diejenigen die somit nicht in den Raum passten versuchten dieses jedoch trotzdem, um wenigstens in den Genuss eines Getränkes zu kommen und um dann, wenn sie im Raum waren, festzustellen dass die Getränke alle sind. Also wieder raus aus dem Raum und auf einen langen, dafür aber schmalen, Gang ohne Sitzgelegenheiten. Dort ein wenig breit gemacht, über Condor gemeckert und auf den Weiterflug gewartet. Der ging dann auch nach ca. 90 Minuten Wartezeit los um dann nach ca. 4 weiteren Flugstunden in Puerto Vallarta zu enden. Abschließend lässt sich sowohl zum Hin-, als auch zum Rückflug sagen, dass der Service an Bord der Maschine sehr gut und das Personal auch sehr freundlich war. Dieses ist meiner Meinung nach bei einem Flug dieser Länge auch erforderlich. Die Nummer mit dem Aufenthaltsraum sollte Condor jedoch wirklich mal überdenken.

In Puerto Vallarta ist die Maschine um ca. 20.00 Uhr Ortszeit angekommen. Zoll- und Passkontrollen werden schnell und problemlos durchgeführt. Wer scharf auf einen Stempel im Pass ist, muss sich diesen erbetteln. Von alleine haben die Kontrollierenden jedenfalls nicht vor deutsches Bundeseigentum durch einen mexikanischen Stempelabdruck zu verändern. Vielmehr gibt es Einreisekarten die man bei der Ausreise wieder abgeben muss. Wer sie verliert, am Abflughafen gibt es zur Not problemlos neue. Danach ging es mit dem Bus die restlichen Kilometer bis Guayabitos. Obwohl nur 80 Kilometer entfernt hat die Fahrt dann aber doch ca. 2 Stunden gedauert. Dies lag zum einen an der »hervorragend« ausgebauten Strasse, zum anderen an Regenfällen und Gewittern wie man sie in Deutschland sowohl in Intensität als auch in Dauer nicht erlebt. Die Ankunft im Hotel Los Cocos erfolgte dann gegen 21.00 Uhr. Dies liegt daran, dass Guayabitos in einem anderen mexikanischen Bundesland liegt als Puerto Vallarta und diese Landesgrenze gleichzeitig eine Zeitzonengrenze darstellt. Guayabitos liegt somit 1 Stunde hinter Puerto Vallarta zurück. Dieses sollte man beachten da es, besonders bei Busfahrten, durchaus zu Problemen mit dem letzten Bus führen kann.

II. Urlaubsort

Wie oben bereits erwähnt ist Guayabitos ein kleines (ehemaliges) Fischerdorf. Ehemalig deshalb, weil meiner Meinung nach der Ort inzwischen hauptsächlich vom Tourismus lebt, es aber trotzdem immer noch eine große Anzahl an Fischern gibt, wie man sich besonders in den Morgenstunden selbst überzeugen kann. Zu dieser Zeit landen die Fischer am Strand den Fang der Nacht an oder aber sie ziehen in einer gemeinsamen Aktion (ca. 20 bis 30 Fischer und Kinder) ein riesiges Netz an Land, das Sie über Nacht durch die Bucht gespannt hatten. Diese Strand von GuayabitosAktionen werden regelmäßig von den nahezu 100 in oder in der Nähe der Bucht lebenden Pelikanen begleitet, die sich dabei einen kleinen Teil des Fanges für sich sichern können. Vermutlich ist dieses bei den Pelikanen deshalb so beliebt, weil es ihnen die Möglichkeit verschafft sich tagsüber auf einem der zahlreichen in der Bucht ankernden Boote zu sonnen und zu dösen, anstatt sich mit dem öden Fangen von erforderlicher Nahrung beschäftigen zu müssen. Auf dem 1. Bild sieht man die Bucht von Guayabitos in den frühen Morgenstunden. Typische mexikanische Touristen sind gerade dabei sich eine schöne Stelle zum ausruhen zu suchen. Vor den Bergen im Hintergrund der orangefarbene Fleck ist das Hotel Decameron. Die Bucht selber hat sehr ruhiges Wasser, wie man auch auf dem Foto unschwer erkennen kann. Der Sandstand ist ca. 50 Meter breit und sehr flach in das Wasser abfallend. Das Wasser hatte zu der Zeit meines Besuches ca. 35 C°, so dass die im Hotel vorhandenen Pools mit ca. 31 C° als willkommene »Abkühlung« empfunden werden konnten. Grund für dieses relativ warme und auch ruhige Wasser ist eine in der Mündung der Bucht zum Pazifik hin vorgelagerte Insel Bucht von Guayabitos(2. Bild). Dieses angenehme Umfeld veranlasst die mexikanischen Besucher dann auch ihre Unterhaltung bis zum Oberkörper im Wasser stehender weise durchzuführen, was dann durchaus auch schon einmal 1 oder 2 Stunden dauern kann. Der Ort selber hat ca. 6.000 Einwohner und reichlich Hotels, Pensionen, Rasthäuser und Trailer Parks sowie die dazu gehörige Infrastruktur wie Restaurants, Geschäfte, Apotheken und die Möglichkeit Briefmarken zu erwerben. Eine vorhandene Post war leider geschlossen und es war nicht zu erfahren, ob sie während der Saison geöffnet ist. Eine Bank war überhaupt nicht vorhanden. Beides gibt es aber im benachbarten La Peñita das entweder mit dem Bus, der Taxe, oder aber zu Fuß den Strand entlang (Vorsicht, eine kleine Flußmündung muss durchquert werden) erreicht werden kann. 2 parallel zur Bucht von Ost nach West führende Straßen durchziehen den Ort in seiner ganzen Länge (ca. 2 Km). Diese werden dann regelmäßig von Querstraßen gekreuzt die entweder an der südlichen Seite bis zum Ortsrand, an der nördlichen Seite bis ans Meer führen. Am östlichen Ende der Hauptstrasse befindet sich die Kirche und es gibt eine Verbindung zur Strasse Richtung Puerto Vallarta nach Südwesten bzw. La Peñita im Nordosten, wohin gegen am anderen Ende des Ortes das Hotel Decameron liegt. Auch hier gibt es eine Stichstrasse die in südlicher Richtung nach ca. 1,5 Km auf die Strasse nach Puerto Vallarta trifft und nach ca. 2 Km in die andere Richtung am Strand des Dorfes Los Ayalos ihr Ende findet. Von dieser hat man, kurz bevor sie steil nach Los Ayalos abfällt, einen herrlichen Blick auf die Bucht von Guayabitos und das Hotel Decameron Bucht von Guayabitos(3. Bild). Die Strasse Richtung Puerto Vallarta ist übrigens die weltberühmte Pan-America von Alaska bis Feuerland. In Mexiko heisst sie schlicht »Mexico 200«, was in etwa einer deutschen Bundesstrasse »B200« entspricht. Diese Strasse liegt schon ca. 50 m höher als der Meeresspiegel, da direkt hinter dem Strand die Ausläufer der Sierra Madre beginnen. Wegen dieser Strasse ist Guayabitos, oder besser La Peñita weil es direkt daran liegt, ein hervorragender Ausgangspunkt für Fahrten mit öffentlichen Linienbussen in die Umgebung. Die Umgebung das sind zunächst einmal im Wesentlichen die Orte Puerto Vallarta (ca. 2 Stunden) und Guadalajara (ca. 6 Stunden). Letzteres bei deutschen Fussballfans hauptsächlich wegen der Spiele der Nationalmannschaft bekannt, für alle Anderen aber durchaus wegen der historischen Gebäude und des angenehmen Klimas, die Stadt liegt ca. 1500 Meter hoch, einen Besuch wert. Puerto Vallarta war früher höchstens Insidern als das »klein Acapulco« von Mexiko bekannt. Durch den Film »Night of the Iguana« mit Richard Burton, Elizabeth Taylor und Ava Gardner im Jahr 1964 begann dann der Aufstieg. Heute ist es ein Touristenort mit ca. 300.000 Einwohnern. Erwähnenswert sind unter anderem die historischen Gebäude, die Uferpromenade genannt »malecón« mit ihren Kunstwerken, das Hardrock Cafe und das Planet Hollywood. Ein weiterer Ort den man bequem in einem Tagesausflug erreichen kann ist das beschauliche San Blas. Hier landeten früher die Sklaventransporte und man kann das erste Zollamt, oder was davon noch übrig ist, auf amerikanischem Boden besichtigen. Weiterhin gibt es in Guayabitos die Möglichkeit Pferde für einen Ritt durch das Dorf oder in die nahegelegene Sierra Madre zu mieten. Eine ebenfalls angebotene »Jeep Safari« kann man machen wenn man gerne Auto fährt. Ob es sich jedoch lohnt für die Fahrt mit einem Jeep bei der man praktisch nur ständig über die Mexiko 200 hin und her kreuzt und um anschließend in Pazifik baden zu gehen den geforderten nicht gerade niedrigen Preis zu zahlen möge jeder für sich selbst entscheiden.

III. Hotel

Das Hotel Decameron habe ich gewählt, da ich auf San Andres bereits ein Hotel dieser Kette kennengelernt habe und ich deshalb der Meinung bin das hier das Preis-/ Leistungsverhältnis stimmt. Diese Aussage kann selbstverständlich so nur für meine Sichtweise gelten, jemand Anderes mag dieses völlig anders bewerten. Die Anlage ist recht weitläufig und besteht im wesentlichen aus 5 Gebäudekomplexen, vom Hotel als Cocos 1 bis Cocos 5 bezeichnet. Die Komplexe 1, 2 und 3 liegen direkt am Strand, der Komplex 5 aus Strandsicht hinter der 1. Parallelstrasse des Ortes (siehe oben) und Cocos 4 hinter der 2. Parallelstrasse. Hierzu sollte man allerdings wissen, dass Cocos 5 das kleinste Gebäude ist und wohl üblicherweise nur für Decameron Los Cocos 1mexikanische Kurzurlauber genutzt wird. Cocos 4 hingegen ist der neueste Teil, liegt erhöht am Abhang, was einen herrlichen Meerblick bedeutet und hat Zimmer »in der Grösse eines Fußballfeldes« (O-Ton verschiedener Gäste). Ich selbst war im Cocos 2 untergebracht, das ähnlich einem U gebaut ist. Mein Zimmer lag an der Stirnseite was mir ebenfalls einen schönen Meerblick bescherte und war auch ca. 45 m² gross. Bild 4 zeigt einen Blick vom Meer aus auf Cocos 1. Es gibt insgesamt 4 Swimmingpools, 3 Restaurants, 3 Bars und eine Disco. An den Bars gibt es von morgens 10.00 Uhr bis Betriebsende, welches in der Regel dann war, wenn wir gegangen sind (so zwischen 23.00 und 01.00 Uhr, Disco um 03.00 Uhr) alkoholfreie Getränke (Wasser, Cola, Fanta, Säfte etc.), Bier (Sol vom Fass), etwas härtere Getränke (Tequila, Whiskey, Wodka, Brandy etc.), 16 den Barkeepern bekannte Cocktails (wenn man die Rezepte von Beispielsweise 150 weiteren Cocktails auswendig kennt, dann gab es auch 166), Zigaretten und, für Mexikaner ganz wichtig, Salz und Limonen. Das Alles gab es ohne Mengenbegrenzung. Bei den Restaurants musste man sich für das Abendessen eintragen. Hier gab es 2 »Schichten« und jeweils unterschiedliche Themen wie z. B. In einem Restaurant Fisch, im Nächsten italienisch und im Dritten mexikanisch. Diese Themen und deren Verteilung auf die Bereiche wechselten täglich. Ferner gab es selbstverständlich noch Frühstück von 07.00 bis 10.00 Uhr und Mittag von 12.30 bis 15.00 Uhr. Wer dann noch einen leichten Hunger verspürte hatte von 11.00 bis 13.00 Uhr und von 14.00 bis 17.00 Uhr die Gelegenheit an den hierfür vorhandenen »Koch- und Ausgabestellen« kleine Snacks wie Pizza, Hot Dogs, Eiskrem, Pommes Frites, Hamburger usw. zu bekommen. (im Bild 4 sieht man vor dem Cocos 1 rechts eines der Restaurants, halblinks eine der Bars und ganz links gab es die Pizzas). Damit man diese Kalorien bekämpfen konnte gab es dann noch regelmäßige Animation (nicht aufdringlich) in Form von Aerobic, Wassergymnastik, Volleyball, Fussmärsche in die Sierra Madre, Strandfussball, Dart, Boccia, und, und, und. Wem das dann noch zu wenig war, der konnte sich kostenlos ein Fahrrad, Kajak, Tretboot oder Surfbrett leihen oder auf einem der 2 Katamarane mitfahren und wer lieber mit der Züchtung eines etwas grösseren Bauches beginnen wollte: Liegestühle, tragbare Sonnenschirme und Handtücher waren selbstverständlich auch frei. Auch Spiele wie Schach, Mühle oder Dame waren zum Strand am Beach ClubAusleihen vorhanden. Und wenn das dann immer noch nicht ausreichte, dann gab es ja noch den hoteleigenen Beach Club dessen Strand man im Bild 5 sieht. Hierfür musste man sich allerdings in eine Liste eintragen, um dann gegen 09.00 und 10.00 Uhr morgens mit dem Hotelbus in das ca. 16 Km entfernte Lo de Marcos gefahren zu werden. Hier gab es einen hoteleigenen Strand direkt am Pazifik. Wellenhöhe ca 1,50 bis 2,50 m, Wassertemperatur ca. 28 C°, Liegen für jeden, eine Bar (Getränkeliste siehe weiter oben) und etwas zu essen. Dieses vielleicht nicht ganz so umfangreich wie oben, aber Salat, Pommes Frites, Hamburger, Hot Dogs und ein Fleischgericht waren immer da. Dafür das dieser Service selten ausgebucht war, mein Rekord waren insgesamt 5 Personen am Strand, finde ich ihn recht beachtlich. Aber zurück zum Hotel. Seine Größe mit 240 Zimmer ist für mich schon recht beachtlich, da ich üblicherweise eher kleine Hotels mit bis zu 50 Betten vorziehe. Bei einer Belegung von ca. 30 Prozent waren die Masse der Gäste während der Woche Kanadier und Deutsche. Am Wochenende und an Feiertagen allerdings füllte sich das Hotel vollständig bis auf das letzte Bett mit Mexikanern. Abschließend bleibt zu sagen es ist kein Luxusschuppen aber es ist sauber und hat alles da was man so braucht.

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© Michael Humbert

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Stand: 2011-03-18

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